Erbse


Erbse
Erb|se ['ɛrpsə], die; -, -n:
a) Pflanze mit grünen, in Hülsen sitzenden, kugeligen Samen und Blättern, die in Ranken auslaufen:
nächstes Jahr bauen wir Erbsen an; die Erbsen hochbinden.
b) Frucht der Erbse (a):
Erbsen pflücken.
Zus.: Zuckererbse.
c) als Gemüse gegessener Samen der Erbse (a):
grüne, getrocknete Erbsen; Erbsen einweichen, kochen.

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Ẹrb|se 〈f. 19; Bot.〉 ein Schmetterlingsblütler, Hülsenfrucht: Pisum [<ahd. araweiz, arawiz <germ. *arwait-]

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Ẹrb|se , die; -, -n [mhd. erbeiʒ, arwiʒ, ahd. arawiʒ, araweiʒ, verw. mit lat. ervum = Wicke; wohl aus einer Spr. des östl. Mittelmeeres]:
1.
a) (zu den Schmetterlingsblütlern gehörende) Pflanze mit in Ranken auslaufenden Blättern und grünen, in Hülsen sitzenden, kugeligen Samen:
-n anbauen, ziehen;
b) Frucht der Erbse (1 a):
-n pflücken;
c) <meist Pl.> als Gemüse verwendeter Samen der Erbse (1 a):
grüne, getrocknete -n.
2. (salopp) Kopf:
zieh die E. ein!;
etw. an der E. haben (nicht recht bei Verstand sein).

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I
Erbse,
 
Pisum, Gattung der Schmetterlingsblütler mit sieben im Mittelmeergebiet und in Vorderasien beheimateten Arten; einjährige Kräuter mit gefiederten, bläulich grünen Blättern, deren endständige Fiedern zu Ranken umgebildet sind, mit denen die Erbse an Stützpflanzen Halt suchen. An den Wurzeln befinden sich zahlreiche kleine Wurzelknöllchen, durch die bei Aussaat als Gründüngung der Boden mit Stickstoff angereichert wird. Als Kulturpflanze bedeutend ist die weiß blühende Gemüseerbse (Gartenerbse, Pisum sativum ssp. sativum). Nach Selbstbestäubung entwickeln sich die bis zu acht Samen (Erbsen) enthaltenden Hülsen (fälschlich »Schoten« genannt). Die Gemüseerbse wird in zahlreichen Sorten kultiviert. Man unterscheidet die Palerbse (Schalerbse, convar. sativum) mit glattschaligen, runden Samen und mehligem Geschmack, die Zuckererbse (convar. axiphium) mit süß schmeckenden kleinen Samen und einer essbaren, da zarten Hülse und die Markerbse (convar. medullare) mit runzligen, süß schmeckenden, leicht eckigen Samen. Geerntet werden v. a. die grünen unreifen Samen, die meist als Gemüse verwendet werden. Sie enthalten neben rd. 14 % Kohlenhydrate bis zu 7 % Eiweiß und gehören somit zu den eiweißreichsten Gemüsesorten. Die verschiedenen Formen der Futtererbse (Peluschke, convar. speciosum) werden als Körner- oder Grünfutter und zur Bodenverbesserung angebaut.
 
Krankheiten
 
und Schädlinge: Beim Vergilben junger Pflanzen handelt es sich um die Johanniskrankheit, treten braunschwarze Flecken an Blättern und Hülsen auf, ist es die Brennfleckenkrankheit; Erreger sind verschiedene Pilze; außerdem kommt Mehltau vor. Häufige Schadtiere sind Erbsenälchen, -fransenflügler, -wickler und Blattrandkäfer.
 
 
Die Erbse wird spätestens seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. in Vorderasien kultiviert, um 4000 v. Chr. ist ihr Anbau in Mitteleuropa nachweisbar. Früher eine Kostbarkeit, wurde sie erst im 19. Jahrhundert zu einem Nahrungsmittel für breitere Volksschichten. - Im Volksglauben galt die Erbse als Fruchtbarkeitssymbol. Hülsen mit 9, 10 oder 11 Samen galten als Glücksbringer und Zaubermittel.
 
II
Ẹrbse,
 
Karl Hugo Hartmut, klassischer Philologe, * Rudolstadt 23. 11. 1915; Professor in Hamburg, Tübingen und Bonn, beschäftigt sich besonders mit der antiken Homerinterpretation.
 
Werke: Untersuchungen zu den attizistischen Lexika (1950); Beitrag zur Überlieferung der Iliasscholien (1960); Beitrag zum Verständnis der Odyssee (1972); Ausgewählte Schriften zur klassischen Philologie (1979); Studien zum Prolog der euripideischen Tragödie (1984).
 
Herausgeber: Scholia Graeca in Homeri Iliadem, 5 Bände und Registerband (1969-83).

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Ẹrb|se, die; -, -n [mhd. erbeiʒ, arwiʒ, ahd. arawiʒ, araweiʒ, verw. mit lat. ervum = Wicke; wohl aus einer Spr. des östl. Mittelmeeres]: 1. a) (zu den Schmetterlingsblütlern gehörende) Pflanze mit in Ranken auslaufenden Blättern und grünen, in Hülsen sitzenden, kugeligen Samen: -n anbauen, ziehen, legen; zum Hochranken Birkenreiser in die -n stecken; b) Frucht der ↑Erbse (1 a): -n pflücken; c) <meist Pl.> als Gemüse verwendeter Samen der ↑Erbse (1 a): grüne, getrocknete -n; aus -n eine Suppe kochen; ∙ Ihr greift, ich seh', mit Eurem Urteil ein, wie eine Hand in einen Sack voll -n (Ihr urteilt völlig willkürlich; Kleist, Krug 9). 2. (salopp) Kopf: zieh die E. ein!; *etw. an der E. haben (nicht recht bei Verstand sein).

Universal-Lexikon. 2012.

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